Auto & Schiffs -
Modellsportverein e.V.
Ober - Ramstadt

Wir sind ein Modellbauclub im hessischen Ober-Ramstadt, auch als "Stadt der Farben" bezeichnet.

Unsere Mitglieder bauen und betreiben Schiffs-, Auto- und Truckmodelle aller Art. Seht euch unsere Modelle in der Bildgalerie an, und holt euch eventuell eine Inspiration für eure Modelle.

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Dschunke von Wilfried Schneider

Das Ziel

Ich wollte ein Segelboot bauen, groß, mit mehr als einem Mast und es soll nicht viel kosten.
Einen herkömmlichen Rumpf zu bauen mit Kiel, Rundspanten und einer günstigen Form traute ich mir nicht zu. Auf der Suche im Internet nach einem brauchbaren Vorbild stieß ich auf die chinesische Dschunke. Genauer, nach Hinweisen bei Wikipedia, wie sie im 12. Jahrhundert gebaut wurde.
Der Rumpf einer Dschunke hatte damals einen Querschnitt in Kastenform, das war`s.

Erste Planungen

Als Materialien kamen für mich nur Dinge in Frage die man im Baumarkt kaufen kann.
Als erstes baute ich ein kleines Modell aus Pappe.
Das Ganze größer und aus Sperrholz schien machbar. In meinem Lastenheft sah ich eine Wasserpumpe vor welche über eine Kanone von Playmobil in weiten Bogen Wasser spritzen kann. Auch sollten die Segel zu reffen sein und eine Beleuchtung soll es geben.
Ein Elektromotor soll helfen wenn der Wind nicht reicht. 3 Segelwinden für 3 Masten.
Da meine Fernsteuerung mit ihren 5 Kanälen nicht ausreicht habe ich eine 2. Anlage gekauft die ich für diverse Funktionen nehmen will.
Außerdem ein Ruderservo und eine Winde für das Vorsegel.
Mehrere Akkus, denn Platzmangel oder Sorgen wegen zu viel Gewicht wollte ich mir nicht machen.
Und eine Beleuchtung, z.B. kleine Laternen und in der Kabine
Die Länge gab der Kofferraum von meinem Auto vor. Länge 1,30m. Die anderen Abmessungen ergaben sich allmählich.

Der Bau

Ich zeichnete auf ein Brett eine ungefähre Silhouette vom Rumpf und sägte diese aus. Es entstand sozusagen ein Rückrad das die Form ergab und das Deck aufnehmen sollte, sowie Querwände und Abschlüsse an Bug und Heck.
Der Boden ist für eine größere Festigkeit doppelt.
Dann erfolgte das Einbauen des Motors und der Antriebswelle, die Akkus und deren Verkabelung und der Beleuchtung.
2 Segelwinden mit Umlaufschots kann man herausnehmen.
Für die Wasserkanone hab ich eine membran Pumpe mit 5 Bar Druck eingebaut. Sie saugt ihr Wasser durch eine Öffnung im Boden über einen Kraftstofffilter an.
Als Stromversorgung sind 2 Bleigeelakkus a6 V für den Fahrmotor und die Pumpe eingebaut. Die beiden Empfänger und die Servos hängen an NimH Akkus.
Als Maßstab für Kabine, Fenster, Türen und Geländer nahm ich Figuren von Playmobil die ich auch als Besatzung nehmen will. Die 4 Ladeluken waren einmal Zigarrenkisten.
Das Deck und die Wände der Kajüte waren einmal Unterlagen für den Teller beim Essen, erhältlich beim Dänischen Bettenlager.
Die dünnen Querstreben der Segel sind Bündel aus Bambusstäbchen von einem
Bambusrollo.
Den Rumpf habe ich mehrfach mit Holzlasur gestrichen. Dann kamen 3 Anstriche Flüssigkunststoff drauf und dar Rumpf wurde wasserdicht.
Einen Bauplan gab es nicht, bei den vielen Änderungen wo ich im Laufe der Bauzeit vornahm wäre ein Plan viele Seiten stark geworden. So reihte sich ein Kompromiss an den anderen bis ich einigermaßen zu Frieden war.

Erste Probefahrt

Sie fand mit Motorkraft statt. Mit Bleigewichten von ca. 5Kg ergab sich eine gute Wasserlinie und lies noch Raum für Zuladungen.

Zweite Probefahrt
 
Das Vorsegel kann man herunter lassen, doch bei der zweiten Probefahrt, diesmal mit Segeln,zeigten sich Schwierigkeiten, da das Segel beim runter lassen am Mast verkantet so das es nicht so weit runter geht wie vorgesehen.
Ursprünglich wollte ich auf einen Kiel oder ein Schwert verzichten in der Hoffnung der kastenförmige Querschnitt würde ein seitliches driften vermeiden. In der Praxis ergab es sich aber, das ich auf ein Schwert nicht verzichten kann. Ich musste daher ein Schwert bauen wo man zum Transport abnehmen kann.
Eine weitere Herausforderung stellte das Ansteuern der Segel da. Anders als bei normalen Segeln halten hier mehrere Seile das Segel wie eine Wand, so das es sich nicht verwindenden kann.  

Der Transport

Ein Modell dieser Größe hat vor und Nachteile. Groß = schwer = unhandlich. Mit dem Aufbau ist die Dschunke fast 1,50m lang, darum kann ich den Aufbau und die beiden Maste abnehmen. Für einen Wagen musste ein alter Kinderwagen seine Teile lassen. Wenn man 2 der Lukendeckel aufmacht kann man dort mit
einer Hand hineingreifen und die Dschunke z.B. ins Wasser setzen.


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